Scarborough Fair


Mit »Scarborough Fair« setze ich meine Reihe im Eigenverlag fort. Die Idee variabler Besetzungen ist in diesem Heft nicht auf die Anzahl der Spieler, sondern ausschließlich auf die Verwendung verschiedener Instrumente bezogen. Wie schon in den vorherigen Ausgaben, so ist auch hier die Grenze zwischen Kunst- und Volkslied unscharf. Mehrere der hier vertretenen Lieder wurden schon von namhaften Komponisten verwendet: »O the Cuckoo« liegt dem zweiten Satz der English Suite, Op. 31 von J. Duarte zugrunde und »Ye Banks and Braes« dient als Thema zu Sors Variationen, Op. 40.

Die Verwendung nationalen Liedguts aus den Ländern der Britischen Inseln in der europäischen Kunstmusik dürfte die meisten Musikkenner überraschen. Dies lässt sich jedoch leicht erklären. London und damit auch andere Regionen Englands zogen im 19. Jahrhundert viele bekannte Komponisten an, die im Rahmen ihrer Konzertreisen und Engagements Anregungen aus der britischen Musik bezogen. Ebenso gehen die Bearbeitungen englischer, schottischer und irischer Lieder durch führende Komponisten Kontinentaleuropas auf Angegungen und Aufträgen zurück. Die Ergegnisse dieser Arbeiten wurden in bedeutenden Verlagshäusern in Wien und Leipig veröffentlicht. Mendelssohn-Bartholdy, Joseph Haydn und Ignaz Moscheles sind nur einige Komponisten, die in England wirkten und gleichzeitig die Musik ihrer Zeit auf der höchsten Stufe repräsentierten. Auch berühmte Gitarristen entdeckten London als dritte Musikstadt neben Paris und Wien. Dass Sor dort lebte und wirkte, ist wahrscheinlich allgemein bekannt, doch zog es in Folge noch weitere bedeutende Gitarristen dorthin: Leonhard Schulz, Luigi Sagrini, Giulio Regondi, Catharina Sydney-Pratten und Ferdinand Pelzer. Sie stehen hier stellvertretend für die Generation von Gitarristen, die eine späte Hochblüte des Virtousentums der Gitarre trug.

Meist handelt es sich bei den Werken der genannten Komponisten um Potpourris oder leichte Bearbeitungen mit virtuosem Gestus; beliebt waren in der Zeit vor allem Variationswerke über bekannte Themen. »The Last Rose of Summer« ist wohl das Lied mit der größten Verbreitung und Popularität. Die meisten der genannten Komponisten und auch viele andere Musiker auf dem »Kontinent« haben sich dieses Liedes angenommen. Flotows Satz aus der Oper »Martha«, Beethovens Sätze als Lied und als Variationswerk für Flöte und Mendelssohn-Bartholdys Fassung sind hier vor allem zu nennen.

Den umfangreichsten Werkbestand an Bearbeitungen meist schottischer und irischer Lieder haben Beethoven und Haydn hinterlassen. Es handelte sich, wie schon erwähnt, um Auftragswerke, die jedoch keineswegs nur Nebenwerke waren. Vielmehr zeichnen sich die Sätze und Arrangements durch besondere Originalität aus. Drei der Sätzte Beethovens habe ich in das vorliegende Heft übernommen. Die Bearbeitungen sind jedoch nicht unter dem Gesichtspunkt der Texttreue, sondern aus spieltechnischen Überlegungen und den Erfordernissen der Besetzung heraus entstanden.

Die Oberstimmen können auch mit zwei Flöten, Violinen oder Oboen besetzt werden. Dazu liegen gesonderte Stimmen vor. Der Gitarrensatz weist im Vergleich dazu Vereinfachungen auf, um den Schwierigkeitsgrad einheitlich zu gestalten.

Wie schon in den vorangegangen Ausgaben, so habe ich auch hier wieder Kapodasterstimmen, diesmal für beide Oberstimmen, gesetzt. Lagenspiel in der ersten, zweiten und dritten Lage ist jedoch notwendige Voraussetzung oder wenigstens Erleichterung.

Bearbeitungen aus den Epochen der »Alten Musik« habe ich ausgelassen, obwohl sich auch gerade bei englische Komponisten der Generation Dowlands und Morleys sehr interessante und volksliedhafte Sätze finden. Einige dieser Werke, die ich ursprünglich für meine Sammlung vorgesehen hatte, stehen gratis als PDF-Dateien zur Verfügung: Noten

Viel Freude beim Musizieren

Michael Sieberichs-Nau



Inhalt:

01 Scarborough Fair
02 The last Rose of Summer
03 O the Cuckoo
04 Robin Adair
05 Sweet Power of Song
06 Ye Banks and Braes
07 What shall I do to show how much I love her
08 Behold my Love how Green the Groves

Ausschnitte:

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  Musik

Luigi Boccherini
Introduktion und Fandango

Mit Wolfgang Pichler – Cembalo Aufnahme Mai, 2000 in Krieglach, Steiermark



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